Landesgartenschau 2018 Bad IburgLandesgartenschau 2018 Bad Iburg
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Sander_GersemannEin kleines, privates, lang vergessenes Gartenidyll existierte vor mehr als hundert Jahren in unmittelbarer Nähe zum Gelände der zukünftigen Landesgartenschau in Bad Iburg. Horst Grebing, versierter Heimatkundler und sehr erfahrener Hobby-Geologe, erzählt davon.

Am östlichen Ende des Langenberges, nur einen Steinschlag vom Mühlenteich entfernt, der 1933 zum Charlottensee erweitert wurde, befand sich ab 1872 ein Kalkwerk. Die Kalkbrennerei Conrad Sander verkaufte losen und gebrannten Kalk in die nächste Umgebung. 1905 erwarb Bergassessor Christian Dütting, damals Leiter des Steinkohlenbergwerks „Holland“ in Bochum-Wattenscheid, das Gelände. Er baute oberhalb des Steinbruchs im Jahr 1906 dort ein Landhaus als Feriendomizil für seine vier Kinder und seine Frau. Die Familie blieb bisweilen den ganzen Sommer über in Iburg. Nach und nach kamen Waldgrundstücke, ein Obstgarten und Land an der damaligen Rennbahn hinzu – und weitere fünf Kinder.

Ab 1907 war Dütting Generaldirektor der Bergwerksabteilung und Vorstandsmitglied der „Phoenix Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb“ und in zahlreichen berufsnahen Ehrenämtern tätig. Das Gelände des ehemaligen Steinbruchs wurde in dieser Zeit liebevoll in einen Gartenpark mit Blumen, Sträuchern und Bäumen umgewandelt – und der Kalkofen wurde zu einem Wehrturm umgebaut. Und dann? Den Garten gibt es schon schon lange nicht mehr. Der umgebaute Kalkofen wurde beim Ausbau der Rennbahn – dem heutigen Charlottenburger Ring – abgerissen. Der Steinbruch ist noch zu erkennen, doch das Gartenparadies wurde erst nach und nach verändert und dann hat es sich der Wald schließlich zurückgeholt.

Der schöne Garten lud, wie die historischen Aufnahmen zeigen, damals zum Verweilen ein – wie im nächsten Jahr die Landesgartenschau in Bad Iburg …Garten3Garten2

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Ein Gartenidyll – damals…